Kategorie-Archiv: Positionen der Werkzeugindustrie

„Made in Germany“ bleibt das einzige Erkennungsmerkmal für Qualitätswerkzeug aus deutscher Fertigung

Der Fachverband Werkzeugindustrie warnt (FWI) vor Verbrauchertäuschung durch Pflichtangaben auf Werkzeugen. Verbraucher sollten weiterhin auf „made in Germany“ achten.

Aufmerksame Werkzeugkäufer und -anwender haben es sicher bemerkt: Immer mehr Werkzeuge oder deren Verpackungen werden mit der Adresse ihres Herstellers bzw. Vertreibers gekennzeichnet. Hintergrund ist eine entsprechende Anforderung im Produktsicherheitsgesetz. Oft findet sich dabei hinter der Adresse der Zusatz „Deutschland“ oder „Germany“. Dies bedeutet jedoch nicht unbedingt, dass das Werkzeug auch in Deutschland hergestellt wurde. Es kann sich auch um die Adresse eines Importeurs oder Großhändlers handeln. Wenn dieser importiertes Werkzeug unter seinem eigenen Namen verkauft, übernimmt er laut Gesetz alle Pflichten eines Herstellers und kennzeichnet das Werkzeug daher auch mit seiner Adresse.

„Nur ein zusätzlicher Aufdruck „made in Germany“ auf dem Werkzeug gibt dem Verbraucher weiterhin die Sicherheit, dass dieses aus deutscher Fertigung stammt. Diese Kennzeichnung darf nach wie vor nur dann verwendet werden, wenn alle für die Qualität entscheidenden Arbeitsgänge in Deutschland erfolgt sind“, erläutert FWI-Geschäftsführer Rainer Langelüddecke.

Zusätzliche Sicherheit bietet das als Marke geschützte Zeichen „Deutsches Werkzeug — made in Germany“, das nur in Verbindung mit einer deutschen Herstellermarke benutzt werden darf. Die korrekte Verwendung dieses Zeichens wird vom Fachverband Werkzeugindustrie auf Grundlage einer Zeichensatzung überwacht. Weitere Informationen hierzu finden sich unter www.deutscheswerkzeug.de.

Gemeinsames Positionspapier von Fachverband Werkzeugindustrie e. V., Industrieverband Schneid- und Haushaltswaren e. V. und Verband Deutscher Schleifmittelwerke e. V. zur LASI-Leitlinie 46

Die LASI-Leitlinie 46 ist ein gemeinsames Papier der Marktaufsichtsbehörden der Bundesländer und gibt eine einheitliche Auslegungshilfe zum Produktsicherheitsgesetz.

Im Zuge seiner Überarbeitung hatten die mittelstandsorientierten Verbände Fachverband Werkzeugindustrie e. V., Industrieverband Schneid- und Haushaltswaren e. V. und Verband Deutscher Schleifmittelwerke e. V. ein gemeinsames Positionspapier erstellt, das in der Leitlinie nur teilweise berücksichtigt wurde.

 

FWI-Positionspapier zum Vorschlag der EU-Kommission einer Verordnung über die Sicherheit von Verbraucherprodukten

Im Februar 2013 stellte die EU-Kommission einen “Vorschlag für eine VERORDNUNG DES EUROPÄISCHEN PARLAMENTS UND DES RATES über die Sicherheit von Verbraucherprodukten und zur Aufhebung der Richtlinie 87/357/EWG des Rates und der Richtlinie 2001/95/EG” vor.

Der FWI hat hierzu ein Positionspapier erstellt.

Besonders kritisch ist die im EU-Vorschlag enthaltene Verpflichtung zu einer Kennzeichnung aller Verbraucherprodukte, darunter auch Werkzeuge, mit einer Herkunftsbezeichnung (“made in …”) zu sehen, die nicht mit sicherheitstechnischen Argumenten zur rechtfertigen ist.. Abgesehen vom erhöhten bürokratischen und technischen Aufwand für die Unternehmen, stehen die vorgeschlagenen Kriterien für die Ermittlung des Ursprungslandes im Gegensatz zu den derzeit eingeführten Kriterien für die bewährte freiwillige “made in…”-Kennzeichnung, wonach die qualitätsbegründenden Arbeitsgänge im jeweiligen Land ausgeführt worden sein müssen.