Kategorie-Archiv: Warnungs-Archiv

Deutsche Umwelthilfe warnt vor gesundheitsschädlichen Motorsägen in OBI und toom Baumärkten

Pressemitteilung der Deutschen Umwelthilfe e. V. vom 21. Oktober 2014:

Baumärkte OBI und toom verkaufen weiterhin Motorsägen mit zu hohen Abgasemissionen und gefährden damit Umwelt und Verbraucher – DUH fordert die zuständigen Landesbehörden auf, mit Ordnungsverfahren dagegen vorzugehen – Umweltministerium Baden-Württemberg kommt zu ähnlichen Messergebnissen wie die DUH, bleibt aber über viele Monate untätig

Berlin, 21. Oktober 2014: Herbstzeit ist Gartenzeit – Aber halten die in Baumärkten wieder verstärkt angebotenen Motorsägen und Motorsensen auch die gesetzlichen Vorschriften bezüglich der giftigen Abgasemissionen ein? Aktuelle Marktkontrollen der Deutschen Umwelthilfe e.V. (DUH) zeigen, dass gesundheitsgefährdende benzingetriebene Motorsägen in OBI und toom Baumärkten weiterhin verkauft werden – und dies obwohl die DUH bereits im Frühjahr alle betroffenen Baumarktketten über die zum Teil erheblichen Überschreitungen der gesetzlichen Grenzwerte informiert hat. Die Baumärkte wurden damals aufgefordert, den Verkauf der auffälligen Geräte zum Schutz von Umwelt und Verbraucher zu stoppen.

Acht Monate später verkaufen die Baumärkte toom und OBI weiterhin Motorsägen mit zu hohen Abgasemissionen. Darunter befinden sich auch Produkte von Herstellern, die sich bereits dazu verpflichtet hatten, keine gesundheitsgefährdenden Maschinen mehr in den Verkehr zu bringen. „Das ist ein klarer Fall von Verbrauchertäuschung. Zahlreiche Baumarktketten behaupten in ihrer Werbung, nur das Beste für ihre Kunden zu wollen und verabschieden sich für den schnellen Euro wieder von dieser Wertvorstellung. Die Baumarktketten OBI und toom müssen sicherstellen, dass der Gebrauch ihrer Produkte weder die Umwelt gefährdet noch für den Verbraucher gesundheitsgefährdend ist. Deshalb fordern wir den sofortigen Verkaufsstopp aller Geräte mit rechtswidrig hohen, giftigen Abgasen“, so Jürgen Resch, Bundesgeschäftsführer der DUH.

Im Jahr 2013 hatte die DUH den TÜV NORD mit der Schadstoffanalyse von Motorsägen und -sensen beauftragt und die Ergebnisse im Februar 2014 veröffentlicht. Geräte der Hersteller beziehungsweise Importeure Matrix, Euromate, ISC, Fuxtec, Güde, Ikra und Al-Ko überschritten die geltenden Grenzwerte für Kohlenmonoxid, Kohlenwasserstoffe und Stickoxide zum Teil deutlich. Weil diese Stoffe gesundheitsgefährdend und umweltschädlich sind, gilt für sie seit Jahren ein EU-weiter Grenzwert. Diesen überschritten acht von insgesamt zwölf geprüften Maschinen.

Die DUH wandte sich direkt an die Hersteller und forderte sie auf, die schädlichen Maschinen unverzüglich vom Markt zu nehmen. Dazu haben sich seitdem vier Unternehmen rechtlich verbindlich gegenüber der DUH verpflichtet. Im Gegensatz zu den Herstellern, die rechtlich eine Pflicht zur Einhaltung der Grenzwerte trifft, hat die DUH als Verbraucherschutzverband gegenüber den Baumärkten keine juristische Handhabe.

„Die für die Einhaltung der Emissionsvorschriften verantwortlichen Behörden haben bislang nur mangelndes Interesse an der Durchsetzung dieser Vorschrift gezeigt. Verbraucherschutz sieht anders aus. Deshalb müssen die Behörden endlich ihre Aufgaben konsequent wahrnehmen“, so Agnes Sauter, Leiterin Verbraucherschutz bei der DUH. Eine Anfrage im  Vorjahr bei allen Bundesländern ergab, dass zwar Baden-Württemberg im Herbst 2013 Emissionsmessungen bei handgeführten Maschinen durchgeführt hat. Obwohl das Land aber ähnliche Überschreitungen der gesetzlichen Grenzwerte festgestellt hat, leitete es bis heute kein einziges Ordnungswidrigkeitsverfahren ein.

Die DUH kündigte deshalb an, sich bei den Behörden zu erkundigen, mit welchen Maßnahmen sie die Einhaltung der Schadstoffgrenzwerte sicherstellen wollen. Außerdem wird sie aufgrund der alarmierenden Messergebnisse aus dem letzten Jahr weitere Schadstoffmessungen in Auftrag geben. Eine Übersicht aller im letzten Jahr gemessenen Motorsägen und -sensen finden Sie unter http://www.duh.de/4628.html.

Folgende Geräte überschritten in dem von der DUH beauftragten TÜV-Test die gesetzlichen Schadstoff-Grenzwerte und werden immer noch in nachfolgenden Baumärkten zum Verkauf angeboten:

Motorkettensäge CMI C/B-KS 37/35-2, Hubraum: 37,2 cm³, Motor: 1,3 kW,
Genehmigungsnummer: e11*97/68SA*2011/88*1767*01, Importeur: Euromate GmbH, gefunden bei OBI (Filiale in Biberach)

Motorkettensäge Einhell BG-PC 1235, Hubraum: 37,2 cm³, Motor: 1,2 kW,
Genehmigungsnummer: e11*97/68SA*2010/26*0747*04, Importeur: ISC GmbH, gefunden bei toom Baumarkt (Filialen in Tuttlingen und Ehingen)

Motorkettensäge Lux Tools B-KS 40, 1/40, Hubraum: 40,1 cm³, Motor: 1,5 kW,
Genehmigungsnummer: e11*97/68SA*2010/26*0747*04, Importeur: Euromate GmbH, gefunden bei OBI (Filialen in Emmendingen und Biberach)”

Quelle: http://www.duh.de/pressemitteilung.html?&no_cache=1&tx_ttnews%5Btt_news%5D=3402&cHash=98a89c0d7af4152e22f9568426cc77c7

Gravierende sicherheitsrelevante Mängel bei Billig-Kettensägen

Zu der vom des Industrieverband Garten (IVG) e.V. durchgeführten Untersuchung ausgewählt wurden jeweils die günstigsten Maschinen im Angebot von 10 unterschiedlichen Anbietern, die am 15. Februar 2014 im deutschen Markt (Offline/Online) beschafft werden konnten. Die Preise der Sägen lagen dabei zwischen 69,99 Euro und 129,99 Euro. Das Ergebnis zeigte, dass 6 von 10 Geräten nicht CE-konform waren. Zwei wiesen nach dem Test sogar Brüche an Bauteilen auf.

„Mit unserer Überprüfung möchten wir ein Signal an die Marktüberwachung geben, um stärker als bisher Billiggeräte hinsichtlich ihrer Sicherheit für den Verbraucher zu überprüfen“, so Johannes Welsch, Geschäftsführer des IVG, dem nahezu alle namhaften Markenhersteller im Bereich Gartengeräte angehören.

Die Deutsche Prüf- und Zertifizierungsstelle für Land- und Forsttechnik GbR (DPLF) wurde vom Industrieverband Garten (IVG) e.V. damit beauftragt, die zehn Motor-Kettensägen aus dem Preiseinstiegssegment zu prüfen und dabei die CE-Konformität und die allgemeine Qualität der Produkte zu bewerten. Geprüft wurde auf Grundlage der DIN EN ISO 11681-1: 2011.
Die Auswahl der geprüften Modelle erfolgte allein über die Preispositionierung.
Für 2015 plant der Industrieverband Garten gemeinsam mit anderen Verbänden eine breiter angelegte Untersuchung, um die Marktsituation zu sondieren und in der Folge den Endverbraucher vor nicht CE-konformen Produkten zu schützen.

Quelle: http://www.ivg.org/ivg_de/ivg_aktuelle_news/ivg_pressemeldungen/ivg_pm_20140616.html

Marktüberwachung Hamburg: PAK in Griffen von Handwerkzeugen

Das Referat Produktsicherheit der Behörde für Gesundheit und Verbraucherschutz der Stadt Hamburg hat im Jahr 2012 Werkzeuge mit gummiartigen Griffen überprüft. Dabei sollte festgestellt werden, ob gesundheitsschädliche Konzentrationen von polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen (PAK) im Material der Griffe enthalten sind. Der Schwerpunkt lag dabei auf Werkzeugen mit GS-Zeichen. Von 21 überprüften Werkzeugen mit GS-Zeichen wies ein Werkzeug geringfügig zu hohe PAK-Werte auf. Bei acht überprüften Werkzeugen ohne GS-Zeichen wurden zwei Werkzeuge auffällig, eines davon mit einem extrem hohen PAK-Wert.

Weitere Informationen unter:

http://www.hamburg.de/projekte/3834914/pak-in-griffen-von-handwerkszeugen-2012.html