Schlagwort-Archiv: Werkzeuggriffe

Werkzeuge und Werkzeugstiele nicht von Holzhandelsverordnung 995/2010 betroffen

Die “Verordnung (EU) Nr. 995/2010 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 20. Oktober 2010 über die Verpflichtungen von Marktteilnehmern, die Holz und Holzerzeugnisse in Verkehr bringen” gilt nur für die Waren” gilt nur für Waren, deren Zolltarifnummern im Anhang der Verordnung genannt sind.

Hammerstiele und sonstige Werkzeugstiele sind unter der dort nicht genannten Zolltarifnummer 4417 (Werkzeuge, Werkzeugfassungen, Werkzeuggriffe und Werkzeugstiele, Fassungen, Stiele und Griffe für Besen, Bürsten und Pinsel, aus Holz; Schuhformen, Schuhleisten und Schuhspanner, aus Holz) eingeordnet und daher nicht betroffen.

Dies gilt auch für fertige Werkzeuge aus Holz (Zolltarifnummer 82xx).

Marktüberwachung Hamburg: PAK in Griffen von Handwerkzeugen

Das Referat Produktsicherheit der Behörde für Gesundheit und Verbraucherschutz der Stadt Hamburg hat im Jahr 2012 Werkzeuge mit gummiartigen Griffen überprüft. Dabei sollte festgestellt werden, ob gesundheitsschädliche Konzentrationen von polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen (PAK) im Material der Griffe enthalten sind. Der Schwerpunkt lag dabei auf Werkzeugen mit GS-Zeichen. Von 21 überprüften Werkzeugen mit GS-Zeichen wies ein Werkzeug geringfügig zu hohe PAK-Werte auf. Bei acht überprüften Werkzeugen ohne GS-Zeichen wurden zwei Werkzeuge auffällig, eines davon mit einem extrem hohen PAK-Wert.

Weitere Informationen unter:

http://www.hamburg.de/projekte/3834914/pak-in-griffen-von-handwerkszeugen-2012.html

PAKs in Werkzeugen

Polyzyklische Aromatische Kohlenwasserstoffe (PAKs) können bei Handwerkzeugen vor allem in Kunststoff- oder Gummi-Griffen auftreten. In zu hoher Konzentration dringen sie bei längerem Hautkontakt über die Haut ein und können gesundheitliche Schäden verursachen. So ist die Schadstoff-Belastung des Körpers durch eine mehrstündige Arbeit mit einen PAK-belasteten Handwerkzeug vergleichbar mit der aus dem Rauchen mehrerer hundert Zigaretten.

Die am 7.12.2013 veröffentlichte EU-Verordnung 1272/2013 begrenzt den PAK-Gehalt von Produkten, die u. a. länger oder wiederholt für kurze Zeit mit der menschlichen Haut in Kontakt kommen, auf 1 mg/kg. Ausdrücklich genannt werden „Werkzeuge für den privaten Gebrauch“ als Beispiel für solche Produkte.

Die Verordnung tritt am 27.12.2013 in Kraft mit einer Übergangsfrist von 2 Jahren.

Bitte beachten: Die deutsche Fassung ist zur Zeit noch fehlerhaft und nennt einen Grenzwert von 0,1mg/kg statt 1 mg/kg. Eine Korrektur ist in Vorbereitung. Die korrekte englische Fassung ist veröffentlicht unter:
http://eur-lex.europa.eu/LexUriServ/LexUriServ.do?uri=OJ:L:2013:328:0069:0071:EN:PDF

Die bisherigen PAK-Fälle betrafen Import-Werkzeuge aus asiatischer Produktion. Ein Fall aus Österreich zeigte, dass manche Werkzeuge so hohe PAK-Gehalte haben, dass sich diese auch auf ursprünglich einwandfreie Werkzeuge übertragen, die gemeinsam mit den belasteten gelagert wurden. Auch unter diesem Aspekt sind Werkzeuge von bekannten Herstellermarken die erste Wahl!

Auswahl von sicheren Werkzeugen – Zangen

  • Achten Sie auf Griffe, die gut in der Hand liegen. Noppenprofile wirken schon nach kurzem Gebrauch unangenehm auf die Handflächen.
  • Die Griffe müssen stabil befestigt sein und sollten keinen unangenehmen Geruch abgeben (Gefahr von gefährlichen Weichmachern / PAK).
  • Die Schneiden müssen scharf angeschliffen sein.
  • Im geschlossenen Zustand der Zange müssen sich die Schneiden auf ihrer gesamten Länge spaltfrei berühren. Die vorderen Greifflächen sind dann noch leicht geöffnet.
  • Die Zange muß im Gelenk leichtgängig sein.

Auswahl von sicheren Werkzeugen – Schraubendreher und Bits

  • Verwenden Sie immer den Schraubendreher oder Bit, der zur jeweiligen Schraube paßt.
  • Spanplattenschrauben haben am Kopf meist ein Pozidrive (PZ)-Profil (erkennbar an den vier zusätzlichen Kerben im Kreuzschlitz), welches nur mit entsprechenden PZ-Schraubendrehern betätigt werden sollte (erkennbar an den insgesamt acht Flügeln des Kreuzschlitz-Profils bzw. an der Kennzeichnung „PZ“). Sogenannte PH-Schraubendreher sind hierfür nicht geeignet.
  • PH-Schraubendreher sind u .a. für Schrauben an elektrischen Geräten bestimmt.
  • Achten Sie auf einen gratfreien Griff, der gut in der Hand liegt. Griffe mit weichen Einlagen ermöglichen eine gute Drehmomentübertragung und ermüdungsfreies Arbeiten.
  • Die Spitze des Schraubendrehers bzw. Bits muß sauber verarbeitet sein.
  • Dicke Nickel- und Chromschichten an der Spitze stören die notwendigen engen Toleranzen. Die Schraube kann dann nicht gelöst werden oder der Schraubenkopf wird beschädigt.

Auswahl von sicheren Werkzeugen – Hämmer

  • Kaufen Sie keinen Hammer, bei dem der Stiel schon im Verkaufszustand wackelt!
  • Der Stiel muss senkrecht eingestielt sein, möglichst mit einem Ringkeil.
  • Achten Sie auf einen fehlerfreien Stiel mit parallelem Faserverlauf in Längsrichtung.
  • Der Hammer sollte möglichst ein GS-Zeichen tragen.
  • Der Kopf des Hammers muss sauber verarbeitet sein (ohne tiefe Riefen und Oberflächenfehler, Kanten gebrochen).

Auswahl von sicheren Werkzeugen – allgemeines

  • Kaufen Sie keine No-Name-Werkzeuge! Verantwortungsbewußte Qualitätshersteller kennzeichnen ihre Werkzeuge mit ihrem Markennamen oder Zeichen.
  • Billig-Werkzeuge aus Wühlkisten sind meist von absolut mangelhafter Qualität und daher nicht einmal ihren Billig-Preis wert. Bedenken Sie Ihren zusätzlichen Aufwand, wenn ein Werkzeug schon nach kurzem Einsatz kaputt geht und ein neues beschafft werden muß.
  • Passiert dies am Wochenende, der bevorzugten „Heimwerker-Zeit“, kann sich der Abschluß begonnener Arbeiten um mehrere Tage verzögern, mit eventuellen unangenehmen Begleitumständen.
  • Besser ist es, von vornherein etwas mehr in Werkzeug zu investieren, welches auf Anhieb funktioniert und jahrelang eingesetzt werden kann.
  • Sollten Sie dennoch einmal schlechte Erfahrungen machen, reklamieren Sie das Werkzeug beim Händler oder im Baumarkt. So tragen Sie dazu bei, die Qualität des Angebots zu steigern.